Ein enttäuschender Fang bei Kraby Kutaby (KrabsQutabs)
Tolle Atmosphäre, aber die Qualität des Essens und das Preis-Leistungs-Verhältnis ließen sehr zu wünschen übrig

Es fällt mir immer schwer, eine negative Bewertung zu schreiben – nicht weil ich Angst vor Kritik habe, sondern weil ich mein hart verdientes Geld ausgebe, um diese Orte zu besuchen. Ich hoffe aufrichtig, dass jedes Restaurant, das ich wähle, meine Zeit und meine Ausgaben wert ist, und ich mache mich niemals auf die Suche nach einer enttäuschenden Erfahrung. Doch manchmal, trotz all meiner Bemühungen, kommt es eben zur Enttäuschung. Genau das war der Fall, als ich Kraby Kutaby (auch bekannt als KrabsQutabs) in der Food-Mall Depo, Lesnaya Straße 20, Gebäude 4, Moskau, besuchte.
Ich kam mit hohen Erwartungen, angezogen von dem eingängigen Namen des Restaurants und der eleganten Atmosphäre. Die Einrichtung ist tatsächlich wunderschön – warmes Licht, ordentlich arrangierte Sitzgelegenheiten und ein optisch ansprechendes Interieur, das das Versprechen eines gehobenen Fischrestaurant-Erlebnisses ausstrahlt. Gleich beim Betreten wurde ich von mehreren freundlichen, lächelnden Gastgeberinnen empfangen, was den wirklich exzellenten Service widerspiegelt, den dieses Etablissement bietet. Doch wie ich bald feststellen musste, macht guter Service allein noch kein gutes Restaurant aus – und leider war meine Begegnung mit dem Essen äußerst enttäuschend.
Meine erste Bestellung waren die Schneekrabben (Opilio-Krabbe), von denen ich mir eigentlich ein Highlight erwartet hatte. Es ist meine liebste Krabbenart, mit ihren vergleichsweise großen Stücken süßen Fleisches. Und schließlich verweist schon der Name des Restaurants auf Krabben, und Krabben zuzubereiten gehört zu den einfachsten Aufgaben, die ein Koch bewältigen muss. Zu meiner Enttäuschung kamen die Krabben faserig und mit einer derart trockenen Textur, dass sie schmeckten, als hätten sie viel zu lange in einer kalten Tiefkühltruhe gelegen. Es war, als wären sie mehrfach aufgetaut und wieder aufgewärmt worden, wodurch ihnen jegliche Feuchtigkeit und jeglicher Geschmack entzogen wurde. Ich war regelrecht schockiert, dass ein auf Krabbengerichte spezialisiertes Lokal etwas derart Minderwertiges servieren konnte. Ich merkte dem Kellner gegenüber sogar an, dass sich der Koch schämen sollte, in einem auf Krabben ausgerichteten Restaurant ein solches Gericht herauszuschicken.
Als ich die Schneekrabben zurückschickte, kam schließlich die Managerin herüber und fragte, ob ich einen Ersatz wünsche. Ich bejahte, und sie gab zu, dass all ihre Schneekrabben in einem ähnlich traurigen Zustand seien. Daraufhin bot sie mir stattdessen die Kamtschatka-Krabbenbeine an. Auf der Karte wird die Menge des Essens nicht angegeben, was Absicht ist. Stattdessen waren die Königskrabbenbeine mit 2300 Rubel pro Bein aufgeführt. Ich entschied mich für zwei Beine, in der Hoffnung auf ein besseres Erlebnis. Leider ist „pro Bein“ eine höchst unehrliche, irreführende Angabe, die sich als reine Wegelagerei entpuppte: Man bekommt für diesen Preis nicht einmal ein ganzes Bein. Man erhält nur ein kleines Stück—definitiv nicht die Hälfte, vielleicht gerade mal ein Drittel. Im Grunde zahlte ich rund 1000 Rubel pro Bissen, was umso mehr schmerzt, wenn man die lieblose Qualität bedenkt, die diesem Gang vorausging. Man stelle sich vor: Wenn jedes Stück etwa 100 Gramm wog, zahlt man sage und schreibe 23.000 Rubel PRO KILOGRAMM! Im Boston Restaurant gleich die Straße hinunter ist es dreimal günstiger. Autsch.
Während ich mich mit dem Krabben-Debakel herumschlug, hatte meine Begleitung einen Garnelen-Auberginen-Salat. Er war völlig unauffällig – einfach ein 08/15-Salat ohne besondere Highlights bei Geschmack oder Präsentation. Wer nach einem mittelmäßigen Salat sucht, wird hier fündig, aber wer etwas Einfallsreicheres oder Ansprechenderes möchte, wird bitter enttäuscht sein. Ich entschied mich außerdem, die geräucherten Tigergarnelen zu probieren, in der Hoffnung, dass vielleicht etwas anderes auf der Karte den Abend noch retten könnte. Der Geschmack hatte Potenzial – die Räuchernote war deutlich ausgeprägt – doch die Garnelen waren so lange geräuchert worden, dass sie eine an Trockenfleisch erinnernde Textur bekommen hatten. Es war eine Enttäuschung, wenn man eigentlich saftige Garnelen mit nur einem Hauch von Rauch erwartet hatte.
Der einzige Lichtblick hätten vielleicht die Cocktails sein können, die auf den ersten Blick ganz passabel wirkten. Angesichts meiner negativen Erfahrung mit dem Essen fragte ich mich jedoch, ob hier auch bei den Zutaten gespart oder am Alkohol geknausert wurde. In einem Lokal, das derart hohe Preise verlangt und dennoch bedenkenlos minderwertige Gerichte serviert, ist das Vertrauen schnell dahin.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kraby Kutabi ein Restaurant ist, das ein auf Krabben ausgerichtetes kulinarisches Erlebnis verspricht, dieses Versprechen jedoch kläglich verfehlt. Die Preise sind astronomisch hoch, insbesondere angesichts der winzigen Portionen ihrer sogenannten „Premium“-Krabbe, und die Qualität ist bestenfalls fragwürdig. Wer sein Geld und seinen Gaumen zu schätzen weiß, dem rate ich dringend, woanders hinzugehen. Wer dennoch Krabbe essen möchte, aber eine verlässlichere Mahlzeit für den gebotenen Preis bevorzugt, findet in Boston, das nicht weit entfernt liegt, eine deutlich bessere Alternative. Meiden Sie Kraby Kutabi, wenn Sie nicht riskieren möchten, enttäuscht zu werden – oder schlimmer noch, sich betrogen zu fühlen.
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