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СОВРЕМЕННАЯ РУССКАЯ · GEÖFFNET

Mashenka

МоскваСовременная русская

Über

"Maschenka": Neues Restaurant für moderne russische Küche von Alexander Rappoport

Im Februar 1926 unterzeichnete Vladimir Nabokov einen Vertrag mit einem Verlag für die Veröffentlichung seines Romans "Maschenka". 100 Jahre später, am 5. Februar 2026, eröffnete Alexander Rappoport in Moskau ein Restaurant für moderne russische Küche namens "Maschenka". Dieses neue Projekt setzt die Diskussion über die russische Gastronomie fort, indem es sie als eine lebendige, aktuelle und alltägliche Küche darstellt, die keine historischen Rekonstruktionen benötigt.

Die russische Küche existierte lange Zeit entweder als Museumsstück, als Nostalgie oder als Objekt gastronomischer Experimente. "Maschenka" bietet einen anderen Ansatz: eine Küche auf Restaurantniveau, frei von Klischees und aufgesetzter Komplexität.

"Moderne russische Küche – darüber wird heute viel gesprochen, obwohl kaum jemand wirklich versteht, was das bedeutet", – diese Erkenntnis war der Ausgangspunkt des Projekts. Für Alexander Rappoport ist die russische Küche keine Modeerscheinung oder ein Genre, sondern eine natürliche gastronomische Grundlage, die in jedem Land als normal gilt. Italiener diskutieren nicht darüber, ob sie heute in ein italienisches Restaurant gehen, und Franzosen – in ein französisches.

Die Idee des Projekts entstand aus dem Gefühl, dass die gastronomische Waage eine vollständige Drehung vollzogen hat. Nach Jahrzehnten der Begeisterung für exotische Geschmäcker, komplizierte Konstruktionen und demonstrative Gastronomie wurde klar: Menschen sind immer noch daran interessiert, Neues zu probieren, aber es ist noch wichtiger, zu dem zurückzukehren, was wirklich nahe und verständlich ist. Nicht aus Müdigkeit oder Nostalgie, sondern aus dem Wunsch, Essen mit einem eigenen kulturellen Code zu genießen.

Der Name "Maschenka" ist nicht zufällig gewählt. Es ist ein sanfter, bekannter russischer Name und gleichzeitig ein Verweis auf den gleichnamigen Roman von Vladimir Nabokov. Dieses Bild passt zum Projekt: Es geht nicht um die Reproduktion der Vergangenheit, sondern um die Rückkehr zu Gefühlen und Geschmäckern, die im Laufe der Zeit ihre Intensität nicht verlieren.

Für die Küche im Restaurant ist Küchenchef Igor Grischetschkin verantwortlich – einer der wichtigsten Vertreter der modernen russischen Gastronomie. Sein Name steht für sorgfältige Arbeit mit lokalen und saisonalen Produkten, für unverwechselbare Geschmäcker, die frei von direkten Zitaten sind. Nach vielen Jahren in St. Petersburg und einer Pause, die von der gastronomischen Szene aufmerksam verfolgt wurde, ist sein Engagement in diesem Moskauer Projekt ein wichtiges Ereignis.

Igor Grischetschkin präsentiert eine eigene Interpretation der russischen Küche, ohne Salat Olivier oder Kotelett à la Kiev, aber mit einem deutlichen russischen "DNA". Die Speisekarte ist wie eine Sammlung bekannter Geschmäcker, die auf Restaurantniveau perfektioniert wurden. Aus Krebs werden echte Würstchen zubereitet und mit Bisque-Sauce und Kartoffelpüree serviert, aus Kohlröschen werden Miniatur-"Kohlröschen" mit Krabben, Kaviar-Sauce und Kartoffelmus, und in der Tiramisu wird Koriander hinzugefügt, ähnlich wie in Roggenbrot. Die Klassiker werden hier nicht wörtlich reproduziert, sondern neu interpretiert. Die Speisekarte umfasst mehr als 60 Gerichte, wirkt aber kompakt und vermittelt dennoch ein Gefühl von Fülle, das für die russische gastronomische Tradition wichtig ist.

Die Bar ist eine Erweiterung der allgemeinen gastronomischen Idee. Im Mittelpunkt steht die Symbiose mit der Küche: vertraute Geschmäcker, lokale Zutaten und bekannte Produkte, die auf unerwartete Weise präsentiert werden. Die Chef-Barkeeperin Alexandra Wodnizkaja verwendet beispielsweise Rüben und geröstete Kürbis, die für die russische Küche typisch sind, aber selten in Cocktails vorkommen. Die Cocktailkarte ist von Schmetterlingen inspiriert – Vladimir Nabokov war nicht nur Schriftsteller, sondern auch ein professioneller Lepidopterologe, ein Experte für Schmetterlinge.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf russischen Spirituosen – Samogon, Roggenwein und Halbgare, die sowohl für klassische als auch für kreative Kombinationen verwendet werden.

Die Weinkarte besteht ausschließlich aus russischen Weinen. Dies ist eine bewusste Position des Projekts und Teil des Gesamtkonzepts, das Alexander Rappoport entwickelt hat: Wenn ein Restaurant moderne russische Küche anbietet, dann sollte auch der Wein dieses Thema widerspiegeln. Für die Zusammenstellung der Weinkarte ist Sommelière Elena Kapanele verantwortlich. Die Speisekarte ist geografisch geordnet und umfasst fast das gesamte Land. Sie umfasst mehr als 100 Positionen, darunter sowohl kleine, seltene Produzenten und unabhängige Betriebe als auch etablierte Namen.

Die Inneneinrichtung des Restaurants setzt diese Logik fort. Der Raum ist mit Anspielungen auf die russische Kultur gestaltet, aber ohne direkte Illustration. Das Designkonzept stammt von der Architekturbüro ARCHPOINT. Der Raum ist eine moderne Interpretation der russischen Kultur mit großer Liebe zum Detail. Ein dominierendes Element ist eine Wand mit Porträts von "Maschenkas", die von Moskauer Künstlern speziell für das Projekt geschaffen und wie eine Wandgalerie im Ermitage ausgestellt wurden. Alle sind reale Heldinnen verschiedener Epochen, die Spuren in der Geschichte hinterlassen haben, und alle tragen den Namen Maria. Die Bilder sind leicht durch ein feines Metallgitter verdeckt – ein Detail, das die Direktheit reduziert und den Bildern Distanz und Geheimnis verleiht.

Im Inneren wurden Motive der russischen Volkskunst, des prunkvollen Russlands des 19. Jahrhunderts und literarische Anspielungen neu interpretiert und in einen ruhigen, ironischen und harmonischen Raum integriert. Zu den Details gehören ein russischer Zopf als grafisches Element, Samoware aus einer Sammlung, ein echter Herd in der Mitte der Küche und ein "Schutz vor Unverbesserlichen" in einem Rahmen – ein Witz für aufmerksame Gäste.

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